Stress

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Die Reaktionskette des Körpers auf Stresssituationen und die Stresssignale des Körpers verstehen lernen!

Da Stress so vielfältige Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele hat und nicht immer als Ursache dafür erkannt wird, möchte ich näher darauf eingehen. Vor allem da er nicht nur berufstätige Managertypen betrifft, sondern viele Situationen als Stressauslöser in Frage kommen.

Sei es eine unglückliche Beziehung, eine Trennung oder aber auch der Tod eines geliebten Menschen. Oder unter anderem auch

  • Partnerschafts- oder Eheprobleme
  • Berufswechsel oder Verlust des Arbeitsplatzes, Pensionierung
  • Finanzielle Probleme
  • Umzug oder Kündigung der Wohnung
  • Misserfolge
  • Monotone Routine
  • Überhöhte Leistungseinforderungen
  • Konkurrenz Situationen
  • Streit, Konfliktsituationen
  • Kritik
  • Ärztliche Untersuchungen
  • Unfall, Verletzungen
  • Klimaveränderungen, Kälte/Hitze
  • Grelles Licht, Dunkelheit
  • Lärm
  • Entscheidungen

Was bedeutet Stress?

Der Begriff Stress beschreibt einen Zustand, bei dem man aus der Balance gerät. Das Wort Stress stammt aus der Werkstoffkunde und bedeutet: „Die Formveränderung eines Gegenstandes unter Druck.“
In der Medizin hat sich der Begriff vor ca. 50 Jahren etabliert. Stress beschreibt also kein Phänomen unserer Zeit.
Das Wort Stress kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „Anpassung, Druck, Belastung“.  Ursprünglich wurde es jedoch vom lateinischen Wort „strictus“ abgeleitet, das „eng, straff und stramm“ bedeutet. Genauso müssen sich die meisten Stressgeplagten fühlen: eingeengt und gefangen.

Stress kennzeichnet das Ungleichgewicht zwischen Forderung und den persönlichen Möglichkeiten, diese zu bewältigen und kann somit zum Erreichen und Überschreiten der individuellen physischen oder psychischen Belastungsgrenze führen. 

Auslöser von Stress

Auslöser sind die so genannten Stressoren, die unser inneres Gleichgewicht stören.

Dabei kann es sich um Signale und Reize aus der Umwelt wie eindringende Krankheitserreger, Verletzungen, Enttäuschungen, Streit, Trennungen, usw. handeln, oder auch um selbst gemachte Probleme wie Ängste, Selbstzweifel, überzogene Selbstansprüche, Erinnerungen an belastende Situationen usw.

Der Begriff Stress bezeichnet also einen körperlichen Erregungszustand, nicht aber die auslösenden Ursachen, die man Stressoren nennt. Während die physiologischen Reaktionen des Organismus auf solche Beanspruchungen recht einheitlich sind, können ganz unterschiedliche Situationen Stress auslösen:

Äußere Stressoren:

  •  Lärm
  • Grelles Licht/Dunkelheit
  • Kälte/Hitze
  • Klima Veränderungen
  • Unfall, Verletzungen
  • Ärztl. Untersuchungen
  • Sauerstoffmangel
  • Koffein/Nikotin
  • Medikamente
  • Konfliktsituationen
  • Streit, Kritik
  • Konkurrenzsituation
  • Überhöhte Leistungsanforderung
  • Monotone Routine
  • Verkehrsstau
  • Trennung v. geliebten Menschen
  • Tod
  • Misserfolge
  • Kündigung der Wohnung
  • Umzug
  • Finanzielle Probleme
  • Partnerschafts- und Eheprobleme
  • Berufswechsel
  • Pensionierung
  • Verlust des Arbeitsplatzes

Innere Stressoren:

  • Befürchtungen
  • Ängste
  • Eifersucht
  • Wut
  • Trauer
  • Kummer
  • Selbstzweifel
  • Negative Gedanken
  • Zwänge
  • Phantasien
  • Einstellungen
  • Erwartungen
  • Sorgen
  • Einsamkeit
  • Hunger/Durst
  • Schmerz
  • Krankheit
  • Schlafmangel
  • Zeitdruck

Diese Aufzählungen sind lediglich Anhaltspunkte und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Negative und auch positive Lebensereignisse zwingen uns zur Anpassung an veränderte Situationen, zum Umdenken. All dies löst im Organismus Stressreaktionen aus.

Die persönliche Bewertung einer Situation entscheidet darüber, ob sie als besonders Stress erregend empfunden wird. Was für den einen die Würze des Lebens ist, macht den anderen krank. Aus diesem Grund ist Stress nicht gleich Stress. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf ein und denselben Reiz.

Zwei Arten von Stress

Bei dem so genannten Eu – Stress wird eine schwierige Situation als positive Herausforderung erlebt, die wir erfolgreich bewältigen. Wir sind in dieser Zeitspanne völlig Herr unserer Sinne und gehen die Aufgabe mit höchster Konzentration und Leistungsfähigkeit an.

Befinden wir uns im Di – Stress erleben wir eine schwierige Situation als negative Herausforderung: Wir fühlen uns überfordert und der Situation völlig ausgeliefert. Körperliche wie seelische Erschöpfung und im Extremfall eine Krankheit können die Folgen auf negativ erlebten Stress sein. Wer also häufig unter Di – Stress leidet, muss damit rechnen, dass bei seinem Körper durch Überforderung psychischer oder physischer Art immer mehr Ausfallerscheinungen auftreten.

Die Reaktionskette des Körpers auf Stresssituationen

Reize und Signale von außen, aber auch Gedanken und Gefühle von innen, lösen im Körper die Reaktionskette der Stressantwort aus. Alle Sinnesorgane werden auf die Wahrnehmung weiterer Gefahrensignale eingestellt, die Aufmerksamkeit konzentriert sich völlig auf die Bewertung und Bewältigung der Krisensituation. Über das Zwischenhirn und den Hypothalamus wird die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) zur Tätigkeit erregt: Sie schickt einerseits über die Nervenbahnen des vegetativen Nervensystems Befehle an das Mark der Nebennieren, das mit der Ausschüttung von Stresshormonen, vor allem Noradrenalin und Adrenalin, in den Blutkreislauf reagiert. Es erfolgt eine blitzartige Mobilmachung des Körpers, das
„Allgemeine Anpassungs- Syndrom (AAS)“:

  • Pulsschlag, Blutdruck und Atemfrequenz steigen, die Leber setzt Zucker (Glucose) als Energielieferant frei.
  • Aus den Blutreserveräumen werden rote Blutkörperchen zum Einsatz geschickt, die die Sauerstoffaufnahme und die Kohlendioxidabgabe beschleunigen, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes nimmt zu.
  • Die Darmbewegungen (Darmperistaltik) nehmen ab und die Durchblutung von Haut und Verdauungsorganen wird durch Verengung der Blutgefäße gedrosselt
  • Die Skelettmuskulatur weist eine höhere Grundspannung auf, und das Zentralnervensystem wird in Unruhe versetzt.
  • Gleichzeitig regt die Hypophyse über das Hormon ACTH die Rinde der Nebennieren zur Ausschüttung von Stresshormonen, vor allem Kortisol, an. Kortisol verringert die Körper eigenen Abwehrkräfte und fördert in der Leber die Umwandlung von Speicherstoffen in Zucker.

Der biologische Sinn von Stress

Die Stressreaktion ist ein uraltes Programm, das in unseren Genen verankert ist, weil er dem Lebensunterhalt dient. Droht eine Gefahr, wird sofort ein reflexartiger Angriffs- und Fluchtmechanismus aktiviert. Innerhalb kürzester Zeit ist der Mensch aufgrund seiner körperlichen Reaktionen flucht- oder kampfbereit. Diese Alarmreaktion erfolgt auf jede mögliche Gefährdung unseres Wohlergehens.
Stress war und ist ein wichtiger Vorgang, der untrennbar mit unserem (über-) Leben in Zusammenhang steht und der einen natürlichen Verteidigungsmechanismus darstellt.

Doch die Zeiten haben sich geändert, wir sind inzwischen „zivilisiert“. Weglaufen oder kämpfen können wir in unserer komplizierten Welt kaum noch. Wir müssen vielmehr ausharren. Unser genetisches Programm funktioniert im Prinzip aber immer noch so, als lebten wir in der Urzeit. Stress alarmiert den Körper, doch die Möglichkeiten des Abreagierens, des Entladens der bereitgestellten Energien sind gering. Die angestauten Energien richten sich, wenn sie nicht genutzt oder abgeleitet werden, häufig gegen den eigenen Körper.

Handelt es sich um eine Stresssituation, die bald wieder vorüber geht, fängt der Organismus die Auswirkungen der Alarmrektion auf.
Bei Daueralarm dagegen besteht eine ständige Bereitschaft zur Mobilmachung. Der Körper kann die Überdosis Stress auf Dauer nicht mehr schnell genug abbauen, er bleibt ständig auf einem gewissen Erregungsniveau. Jetzt genügt schon ein kleiner Anlass, um alle Aktivierungsreaktionen schneller, stärker und länger andauernd ablaufen zu lassen; wir fühlen uns überfordert, einer Situation nicht mehr gewachsen, und in unserem Körper können, insbesondere an individuellen Schwachstellen, Langzeitschäden auftreten.

Aus heutiger Sicht kann die Frage nach dem biologischen Sinn von Stress deshalb folgendermaßen beantwortet werden:
Stress ist sicherlich lebensnotwendig und für unser Wohlergehen unerlässlich. Er fördert die persönliche Weiterentwicklung und spornt zu Leistungen an. Jede körperliche oder geistige Anstrengung, jede Problemlösung oder Konfliktbewältigung benötigt ein gewisses Mehr an Stressenergie. Spitzenleistungen sind ohne kontrollierten Stress kaum möglich. Auf der anderen Seite kann Stress kurz und langfristig gesundheitsschädliche Auswirkungen auf unser psychisches und physisches Befinden haben.

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Stress ist zunächst positiv, erst das Zuviel macht krank!

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Die Stresssignale des Körpers verstehen lernen

Vielen fällt erst auf wie sehr sie gestresst sind, wenn sie sich übernervös, reizbar und gleichzeitig total erschöpft fühlen und wenn die Muskeln schmerzhaft verkrampft und verhärtet sind.
Lange bevor es jedoch zu diesen Extremreaktionen kommt, senden Körper und Geist Botschaften aus, die auf die Notwendigkeit eines Innehaltens, eines Ausgleiches hinweisen. Unser Leben verläuft in biologischen Lebensrhythmen. So bestimmen auch während eines Tages Bio – Rhythmen unsere tägliche Höhe- und Tiefpunkte.
Nähern wir uns einem Tiefpunkt, sendet der Körper feine Signale aus, die bewirken sollen, dass sich unser Bewusstsein mehr von der Außenwelt abwendet und nach innen richtet. Erkennen wir diese Signale und gönnen uns in dieser Phase eine kleine Ruhepause für Körper, Geist und Seele bleiben wir länger gesund und leistungsfähig.
Diese Signale besitzen eine unterschiedliche intensität und beginnen mit den subtilsten, z.B. Wunsch nach strecken, dehnen, tief durchatmen, eine Kleinigkeit essen. Wir übergehen diese Signale und Fehler unterlaufen uns, das denken fällt schwer. Wir reagieren ärgerlich und treiben uns weiter an. Dadurch schüttet der Körper weitere Stresshormone aus, weil ihm die Chance zur Regeneration genommen wurde. Wir fühlen uns kurzzeitig körperlich und geistig wieder voll einsatzbereit. Jedoch dauert dieses Hoch nur max. eineinhalb bis zwei Stunden. Darauf folgt wieder ein Tief, in dem man sich total erschöpft und ausgelaugt fühlt. Doch selbst jetzt, wenn der Körper und Geist aus Tiefstpunkt angelangt sind, erlauben sich viele immer noch nicht die Pause. Wer jetzt weitermacht, muss damit rechnen dass Fehler aller Art passieren:
Rechenfehler, Versprecher, Erinnerungs- und Bewertungsfehler bis hin zu körperlichen Unfällen sind jetzt sehr deutliche, massive Signale der Überlastung und Überforderung.
Viele versuchen die leisen und subtilen Signale ihres Körpers mit einer Art „Pseudoerholung“ auszugleichen. Zum Beispiel mit Alkohol, Kaffee, Zigaretten oder Tabletten. Mit schnellen und zwanghaften Zerstreuungen oder mit
Fitness- oder Gesundheitsmaßnahmen. Doch wenn der ohnehin überlastete Körper noch zusätzlich mit derartigen Stressoren traktiert wird, führt dies zu einer neuerlichen Überladung, die sich nicht ohne weiteres am Ende eines Tages, an Wochenenden oder im Urlaub abbauen lässt.
Wird diese Lebensweise eine Zeit lang beibehalten reagiert der überbeanspruchte Körper mit eindeutigen, lauten Signalen:
Migräne, Magengeschwüre oder auch Angstzustände sind nur einige Beispiele für Beschwerden, die durch Überlastung hervorgerufen werden.
Die Beachtung körpereigener Rhythmen gehört deshalb zu den wichtigsten Voraussetzungen um stress auf die natürlichste Weise abzubauen. Wer dieses Wechselspiel der gegensätzlichen Kräfte erkennt und respektiert, ist in der Lage, zum gegebenen Zeitpunkt das Richtige zu tun, denn Körper, Geist und Seele senden eindeutige Signale. Sie weisen uns ständig darauf hin, was nötig ist, um die innere Balance zu wahren oder wiederherzustellen. Unser Körper verfügt zwar über bewundernswerte Depots an Energiereserven und er verzeiht auch sehr viel, aber wir müssen bewusst und achtsam damit umgehen.

Offene und versteckte Stresssymptome:

Verstand und Gefühle:
Allgemeine Schwäche und ständige Müdigkeit; Konzentrations-, Merk- und Lernschwierigkeiten; Vergesslichkeit; Gedankenkreisel; Panikattacken; Schuldgefühle; Ängstlichkeit; häufige Wutanfälle; Launenhaftigkeit; Unentschlossenheit; Schlaflosigkeit; Alpträume; Gefühle der Überlastung; Selbstmordgedanken; Juckreiz; Weinkrämpfe; sexuelle Lustlosigkeit

Herz und Kreislauf:
Schneller Puls; heftiges Herzklopfen; Rhythmusstörungen (Herzflattern); Schwindelgefühl; Erröten; kalte Hände und Füße

Muskelverspannungen und Muskelzittern:
Muskelschmerzen; häufige Kopfschmerzen; Rücken- und Genickschmerzen; Krampfneigung; Stottern und Stammeln; Zucken oder Zittern der Lippen, Händen und Augenlidern; Nägelkauen; Zähneknirschen

Atmung:
Atemnot; häufiges Seufzen; unregelmäßige Atmung

Verdauung:
Übermäßiger Appetit oder Appetitlosigkeit; Sodbrennen; Brechreiz; Magenschmerz; häufige Blähungen

Flüssigkeitshaushalt:
Schwitzen; nasse Hände und Füße; Schluckbeschwerden; trockener Mund; Fieberbläschen; Durchfall; Verstopfung; häufiger Harndrang

Immunsystem:
Langwierige Erkältung; häufige Infektionen; Ausschläge; unerklärliche Allergieanfälle

Unbewusste Kompensationsmaßnahmen:
Steigender Alkohol- und Nikotinkonsum; häufige Einnahme von Schmerz-, Beruhigungs- und Magentabletten; impulsive Großeinkäufe